Auf Entdeckungstour durch Berlin und die Welt
Eingang Tierpark Kunsterspring

Waldspaziergang im Tierpark Kunsterspring

Wer nicht gerade in Spandau wohnt, hat als Berliner selten die Möglichkeit, die großen heimischen Tierarten wie Wildschwein und Co in naturnaher Umgebung zu Gesicht zu bekommen. In Neuruppin gibt es sie alle: Rehe, Wölfe, Kaninchen, allerlei Vogelvieh wie Auerhahn und Ente und Luchse sind im Tierpark Kunsterspring zu finden und ohne Fernglas zu entdecken.

Zwei Wildschweine

Tierparks und Zoos haben für mich immer einen faden Beigeschmack. Kleine Gehege für riesige Katzen und gelangweilte Affen. Meistens habe ich nach einem Besuch ein schlechtes Gewissen. Der Tierpark in Kunsterspring ist da eine angenehme Ausnahme. Nicht nur, weil fast alle Gehege eine artgerechte Größe haben, sondern weil der Tierpark darauf ausgelegt ist, die heimischen Tierarten kennenzulernen. Wer sich dann noch für die Pflanzenarten und die Natur Deutschlands interessiert, bekommt allerlei Hinweistafeln, um sich weiterzubilden. Der Tierpark liegt bei Neuruppin, von Berlin aus etwa eine Stunde Autofahrt entfernt. Und was der Berliner so nicht kennt: Der Parkplatz ist gratis. Selbst der Eintritt ist günstig. Für einen Erwachsenen kostet er fünf Euro, für Kinder nur zwei. Perfekt für einen Familienausflug. Der Tierpark an sich ist nicht riesig. Wer den Rundgang ohne Pausen folgt, verbringt hier etwa zwei Stunden. Aber die einzelnen Tierarten sorgen schon dafür, dass man stehen bleibt. Wo ist der Waschbär? So ein Wisent ist wirklich ziemlich groß! Guck mal, wie niedlich der Fischotter ist! Einzelne Stationen vermitteln noch mehr Wissen. Die einen sind brandneu, die anderen etwas in die Jahre gekommen. Zusätzlich gibt es feste Fütterungszeiten, bei denen Tierpfleger Fragen beantworten. Ganz abgesehen von den vielen Bänken und Tischen, die perfekt für ein Picknick sind. Das Mitbringen von Essen und Trinken ist erlaubt. Da die menschliche Verpflegung auf ein Restaurant außerhalb des Tierparks begrenzt ist, macht eine ordentliche Stulle und was zu Trinken Sinn. Dann bleibt mehr Kraft, um den oberen Bereich des Tierparks zu erreichen. Der Tierpark ist zweigeteilt: Im unteren Bereich fließt ein Bach und die Gehege sind in Wiesen und Feuchtgebiete integriert. Im oberen Bereich wird der Tierparkbesuch zum Waldspaziergang. Hier sind die Wölfe, Wildschweine, Rehe, Wisente und Wildkatzen. Die Gehege sind groß, aber so einsehbar, dass jeder einen Blick auf die Tiere erhaschen kann. Mit Kinderwagen ist das Erreichen des oberen Bereiches eine Frage der Muskelkraft, aber machbar. Schwerer gestaltet es sich wohl mit einem Rollstuhl.

Ein Fischotter an Land

Aber das untere Areal hat auch genug zu bieten. Den Eulenwald zum Beispiel. Das ist eine begehbare Fluganlage mit Eulen, die die Besucher mit Nichtachtung strafen. Das neue Eichhörnchengehege, das einem Baum nachempfunden ist und bei dem die Erklimmer einer Treppe in die Kobel gucken können. Und natürlich der Streichelzoo mit den aufdringlichen Ziegen – ein Klassiker. Mein persönliches Highlight, abgesehen vom Versteckspiel mit dem Luchs, war der Fischotter. Am Bach und einem Teich versammeln sich diverse Wasservögel und auf der anderen Seite spielt und putzt sich der Fischotter. Geradezu idyllisch und das auch, weil die Besucher sich gut verteilen und es höchstens zu den Fütterungszeiten mal etwas voller an den Gehegen ist. Für den Eintrittspreis und dem Gefühl, nicht für eine lebenslange Sterbenslangeweile bei einem Tier verantwortlich zu sein, kann ich den Tierpark allen wärmstens empfehlen.

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