Auf Entdeckungstour durch Berlin und die Welt
Kirschblüte in den Gärten der Welt

Grüne Auszeit in den Gärten der Welt

Das Gelände der Gärten der Welt gibt es seit den 80er Jahren. Der offizielle Name ist Erholungspark Marzahn. Da seit 2000 neue Themengärten in der Parkanlage entstanden, ist der Park bekannter unter der Bezeichnung Gärten der Welt. Der Eintritt für Erwachsene kostet sieben Euro. Dafür bekommen Besuchern mehr als nur einen Park. Zehn Themengärten zeigen Gartenarchitektur aus Korea, Japan, China und dem Orient. Neun Gartenkabinette sind von der IGA von vor zwei Jahren erhalten geblieben und führen nach Australien, Asien und Südamerika.

Ein Steingarten mit Bäumen und Sträuchern im Hindergrund.
Japanischer Garten

Gartenkabinette und Seilbahn

Die Gartenkabinette sind kleinere Gartenflächen, die internationale Gartenarchitekten gestalteten. Hier findet jeder Hobbygärtner Inspiration für sein nächstes Projekt. Dabei sind die einzelnen Gärten auf ihre eigene Weise faszinierend. Der australische Garten „Cultivated by Fire“ zeigt, wie furcht- und fruchtbar Feuer ist. Im chinesischen „Dule Yuan“ ist alles grün vor lauter Bambus. Der chilenische Garten „Being under the trees“ führt vor, wie aus einer naturbelassenen Gartenfläche ein Wald entsteht. Die Anden-Scheinbuchen überwuchern mit ihren Ästen den Weg und wirken exotisch, denn im klassischen Mischwald Deutschlands gibt es sie (bisher) nicht.

Ein schmaler Weg inmitten von meterhohen Bambus.
Das Gartenkabinett „Dule Yuan“

Davon abgesehen gibt es in den Gärten der Welt Berlins einzige Seilbahn. Die Fahrt damit ist nicht im normalen Eintritt enthalten. Wer zum ersten Mal in Marzahn ist, bekommt in der Seilbahn einen umfangreichen Blick auf die Gärten und die umliegende Stadt. Nicht zu vergessen der Wolkenhain. Das ist eine der drei Stationen der Seilbahn. Hinter dem schönen Namen versteckt sich eine Aussichtsplattform auf dem Kienberg. Gleich nebenan ist eine Sommerrodelbahn.

Blick auf die Gondeln der Seilbahn.

Die Wassergärten

Mir persönlich am besten gefallen der orientalische Garten, der koreanische Garten und die Wassergärten. Die beiden vermitteln eine entspannende Ruhe, während es in den Wassergärten rauscht, flüstert und brodelt. Der Christliche Garten mit seinem Wandelgang ist vor allem zu den grünen Jahreszeiten sehenswert. Die Gänge sind mit metallenen durchlässigen Wänden abgetrennt, die Zitate aus dem Alten und Neuem Testament bilden. Die Wassergärten oder auch die Promenade Aquatica sind drei einzelne Areale, die Wasser thematisieren. Einmal in Form von fünf Meter hohen rauschenden Wasserfällen. Dann in Form von Gischt und Nebel und zum Abschluss sprudelnd in Form von Quellen. Alle drei Areale bieten Sitzplätze und die Menschenmassen sind für einen kurzen Moment durch das rauschende, sprühende und gurgelnde Wasser kurz ausgeblendet. Mein Spieltrieb und der von anderen großen und kleinen Kindern lassen sich im Irrgarten oder am Wasserweg ausleben.

Wände mit Moos, Gischt und die Andeutung eines Regenbogens.
Ein Bereich der Wassergärten

Picknickkorb packen

Vor jedem Themengarten gibt es eine kleine Erklärung, was für die jeweilige Gartenarchitektur typisch ist. Ansonsten sind Informationen zu den Pflanzen eher spärlich verteilt. Ist nicht unbedingt nötig, denn dafür gibt es Botanische Gärten oder eigens angebotene Themenführungen. Wer für seinen Eintritt das volle Programm bekommen will, schaut zu einem der thematischen Feste, die alle paar Monate stattfinden, vorbei. Zu Veranstaltungen wie dem Kirschblütenfest, dem chinesischen Mondfest, den Highland Games oder dem Koreanischen Herbstfest sind die Tickets etwas teurer. Dafür gibt es thematisch passende Stände, Musik und andere Aktionen, die den Besuch reizvoll machen. Allerdings sind viele der Veranstaltungen kein Geheimtipp mehr.

Gefliester Innenhof mit Wasserspiel und Gartenflächen
Orientalischer Garten

Für Menschen, die es ruhig bevorzugen, ist ein Wochentag oder ein Schlecht-Wetter-Tag die bessere Alternative. Die normalen Imbiss-Stände haben anscheinend nur offen, wenn die Sonne scheint. Da es sich in den Gärten ein paar Stunden verbringen lässt, ist Wegzehrung keine schlechte Idee. Ansonsten lohnt sich der Besuch vor allem, um in einer etwas anderen Parkumgebung einen entspannten Spaziergang zu machen. Gerade an den schönen Tagen ist es klüger, mit den Öffentlichen ins weit entfernte Marzahn zu reisen, da die Parkplätze voll sind. Das funktioniert mit U-Bahn, Bus und Straßenbahn. Übrigens feiert der Bezirk Marzahn-Hellersdorf dieses Jahr seinen 40. Geburtstag, ein Grund mehr, mal hinzufahren …

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