Auf Entdeckungstour durch Berlin und die Welt

Märchen raten im Volkspark Friedrichshain

Der Volkspark hat verschiedene Eingänge – am westlichen Eingang, an der Straße „Am Friedrichshain“ liegt der Märchenbrunnen. Ursprünglich gab es rund um den Brunnen von 1913 mehr als 100 Skulpturen. Damals war er die größte öffentliche Brunnenanlage der Kaiserzeit. Die Anlage und die Idee der Märchenfiguren stammen von dem Stadtbaurat Ludwig Hoffman und den Künstlern Ignatius Taschner, Georg Wrba und Josef Rauch. Heute sind nicht mehr alle der ursprünglichen Figuren, die am und rund um den Märchenbrunnen standen, erhalten. Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch am Brunnen schwere Schäden. Seit 2007 gilt er als saniert.

Eingangsbereich zum Märchenbrunnen: gepflasterter Weg mit Blick auf den Brunnen und einen ihn abschließenden Bogen.

Die markanten Märchenfiguren sind noch vorhanden. Die Skulpturen sind nicht mehr die Originale, sondern originalgetreue Kopien. Das macht dem Ambiente nichts aus. Angeblich trägt einer der sieben Zwerge die Gesichtszüge des Malers Adolph Menzel. Ob dieses Detail bei den Kopien erhalten geblieben ist und der Wahrheit entspricht, wage ich nicht zu beurteilen. Die Figuren stehen für neun Märchen der Gebrüder Grimm.

Figur von Rotkäppchen mit Korb und Wolf.

Allerdings sind es zehn. Die meisten lassen sich leicht erkennen. Aber gerade das Märchen, das zwei Skulpturen inspirierte, Hänsel und Gretel, ist wohl nur für Kenner der blutigen Originalversionen der Geschichten erkennbar. Die einzelnen Figuren aufzuzählen, wäre Schummeln – also los, zum Märchenbrunnen und selber das Wissen um das Kulturgut testen!

Figur eines Mädchens mit sechs Raben in den Armen und auf dem Schoß.

Der Brunnen ist nicht nur wegen der Figuren sehenswert. Die ganze Anlage ist dem neobarocken Stil zuzuordnen. Das Wasser sprudelt im Idealfall aus speienden Fröschen und fließt in Kaskaden durch verschiedene Becken. Seit dem letzten Jahr waren Pumpen kaputt und dieses Jahr ist der Brunnen erst im Juli in Betrieb gegangen. Wenn die Pumpen laufen, ist das Sprudeln und Rauschen des Wassers sehens- und hörenswert. Es überdeckt sogar den Großstadtlärm von den nahe gelegenen Straßen. Baden ist eher nicht empfehlenswert. Die meist braune, schäumende Masse ist optisch nicht ansprechend. Hunde, Pollen, Laub und leider auch Müllreste, die durch ignorante Besucher hineingelangen, machen das Wasser eher zum Test für das Immunsystem.

Blick auf das Becken des Brunnens mit kleinen Fontänen und nicht ganz so klarem Wasser.

Ein Bogen, auf dem sich etliche Tierfiguren tummeln, schließt den Brunnen ab. An den Seiten der Brunnenanlage befinden sich Bänke und je nach Sonnenstand, gibt es jeweils Schatten- und Sonnenplätze. Hinter dem Brunnen in Richtung des Parks kommt der Delphinbrunnen. Der ist wesentlich kleiner, rund, mit Fisch- und anderen maritimen Figuren geschmückt und lauschiger als sein großer Bruder. Da der Märchenbrunnen unter Denkmalschutz steht und zum Schutz vor Vandalismus, haben er und das ihn umgebende Gelände nebst Delphinbrunnen Öffnungszeiten. Offiziell sind die Tore zu den Wegen ab 22 Uhr verschlossen und der Brunnen sprudelt nur bis 20 Uhr.

Zwei Kinderfiguren, die auf einem Fisch sitzen und auf dem Kopf der einen Figur sitzt eine Mandarinente.

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