Auf Entdeckungstour durch Berlin und die Welt
Comiczeichnung von drei bunten Fantasiewesen an einem Hauseingang

Für lauffaule Street Art-Fans: das Urban Nation Museum

Ist Street Art nur dann Kunst, wenn sie frei, losgelöst von einem institutionellen Rahmen und in wilder Planlosigkeit stattfindet? Für manch einen Fan wahrscheinlich schon. Für mich steht hingegen nicht der Ort, sondern vielmehr die Kunst an sich im Vordergrund. Abgesehen davon, dass Street Art im Herbst und Winter nur etwas für wahre Frischluftfreunde ist. Der Eintritt ins Museum ist kostenfrei und über zwei Etagen erstrecken sich kleine und große Kunstwerke, von düster und Gedanken anregend bis hin zu bunt und optimistisch. Informationstafeln geben ab und an Hinweise zu den unterschiedlichen Stilen. Die Ausstellungen wechseln jährlich.

Gesicht in der Wand, dass durch ein Zusammenspiel zwischen hellem Putz und Ziegelwand entsteht.

Zu meinen persönlichen Highlights beim Besuch 2018 gehörten Werke von Vhils und Mademoiselle Maurice. Vhils zeigt mit seinem Gesicht in der Wand, dass Street Art mehr ist als nur Graffiti. Aus der Wand gehauen und mit Putz kann eben nicht nur Schmutz, sondern auch Kunst entstehen. Während die Origamikunst von Mademoiselle Maurice durch ihre Detailliebe und knalligen Farben für gute Laune sorgt. Gefaltete Friedenskraniche oder ominöse Gesichter an der Wand sind natürlich nicht alles. Klassische Street Art Motive lösen sich mit Bildern ab, die mehr sind, als nur narzisstische Wandmalerei. Je nachdem, wie intensiv der Betrachter sich mit dem jeweiligen Werk auseinandersetzt, lässt es sich hier problemlos eine Stunde verbringen. Schade ist, dass die Informationen zu den Künstlern und den Werken spärlich sind. Es ist halt kein klassisches Museum mit Bildungsauftrag, sondern es geht vor allem darum, Urban Art zu fördern.

Viele kleine gefaltete Kraniche und Blumen in unterschiedlichen Farben die ein Dreieck umrahmen.

Dieses Jahr fand zum ersten Mal im September die Urban Nation Biennale statt, eine Outdoor-Installation, die sich den Problemen der Gegenwart von Armut, Bildung, Klima bis hin zu Mobilität widmete. Diese Ausstellung war kostenfrei und lediglich mit einer kurzen Wartezeit verbunden, bevor wir uns die diversen thematischen Abschnitte angucken konnten. Insgesamt kamen mehr als Zehntausend Besucher und ich hoffe, dass die Biennale auch im nächsten Jahr stattfindet. Da sich das Museum im stetigen Wandel befindet, lohnt sich ein wiederkehrender Besuch allemal.

Zusammengestürzter Fernsehturm aus Sand.

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