Auf Entdeckungstour durch Berlin und die Welt
Von Pflanzen überwucherter Pfad im Leisepark

Grüne Idylle in Pankow – der Leisepark

Ich bin eher zufällig über den Park hinter alten Friedhofsmauern in der Heinrich-Roller-Straße gestolpert. Die Mischung aus Natur, Friedhof und Menschenhand ist romantisch märchenhaft. Der Name ist Programm. Trotz der vielen Kindergeburtstage an schönen Tagen findet sich immer eine menschenleere Ecke, wo nur Insekten brummen und Blätter rauschen. Kleine Pfade, mal mehr, mal weniger mit Pflanzen überwuchert, ziehen sich durch das verwilderte Gelände. Ab und an finden sich zwischen den Bäumen und Sträuchern Grabsteine und Gedenktafeln. Ob in der Sonne oder im Schatten, am besten ist eine kurze Pause auf einer der vielen Bänke. Perfekt, um das Ganze auf sich wirken zu lassen. Die Pflanzen wachsen hier nach ihrem Belieben und bieten im Vergleich zum nahen Volkspark Friedrichshain Natur ohne übertriebene gärtnerische Maßnahmen.

Sport und Spiele

Wer die Bänke für die betagteren Besucher frei halten will, erklimmt eine der Hängematten oder setzt sich mit Decke auf den Boden. Es gibt genug zu tun: Ein Buch lesen oder spielende Kinder, Yoga- oder Tai Chi-Übende beobachten. Neckisch sind die verschiedenen kleinen Spielanlagen aus Holz, die nicht nur Kinder zur Bewegung verführen. Die Balanceübungen sind für Grobmotoriker jeden Alters eine amüsante Herausforderung. Der Park ist ideal für eine Auszeit von der Betonwüste der Großstadt. Durch seinen verwilderten Charme avanciert ein Besuch zu einem Abstecher in einen echten, wenn auch sehr kleinen Wald.

Hunde nicht erwünscht …

Einziges Manko ist bei längeren Aufenthalten die fehlende Toilette. Von einer natürlichen Methode ist, abgesehen vom höflich-sittlichen Aspekt schon deswegen abzuraten, da womöglich hinter jedem Strauch und jeder Wegbiegung die eine oder andere Überraschung wartet. In der Diskussion stand der Leisepark in letzter Zeit vor allem wegen der Müllsituation und der Hundefrage. Das offizielle Ziel, den Park als naturnahen Spielplatz zur Verfügung zu stellen, ist für Hundebesitzer ein Nachteil. Denn selbst an Leine sind Hunde nicht erwünscht. Die Reinigung des Parks aufgrund der stadtweit bekannten knappen Gelder der Bezirke fällt eher sporadisch aus. Am besten ist es, den eigenen Müll wieder mitzunehmen, um die wenigen Mülleimer nicht zu überfordern.

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